FotosInstagramFacebookYouTube

Die Entwicklung der BiondekBühne

Der Entstehung des Namens „BiondekBühne“ markiert den Übergang von der Ära Reinhold Schaffrath zu Walter Lexmüller Mitte der 90er Jahre am Bundesgymnasium Biondekgasse. Die ersten Jahre der „BiondekBühne“ produzierte Schaffrath noch mit der Oberstufe Klassiker wie Ödon von Horvaths Himmelwärts und setzte damit die Tradition fort, Schauspiel-oder Musicalklassiker wie Mary Poppins auf die Bühne zu bringen. Lexmüller wurde in dieser Zeit von Frau Dir. Erika Perdula an die Schule geholt, um die Theater-Tradition an der Schule weiterzuführen. Die erste Gruppe der beginnenden BiondekBühnenzeit waren die Kunterbunten KicherErbsen 1992/93.  In diesen Jahren produzierte Lexmüller, unterstützt von Johannes Hauer, mit der gesamten Unterstufe Märchen- und Kinderstücke wie zum Beispiel Sultan zu verkaufen, Herbergssuche (1994), Ritter Kunibert (1998), der Feldherrnhügel(1998) und Drachendurst von Felix Mitterer (1999). Der Andrang war zu dieser Zeit schon so groß, dass in dreifacher Besetzung parallel geprobt und aufgeführt wurde.

Schon bei diesen frühen Produktionen half Monika Obermüller den Kinder und Spielleitern mit Kostümen und Requisiten, die Unterstützung des Elternvereins hatte an der Schule schon lange Tradition und wurde unter dem Obmann Gerhard Suchy immer wichtiger. Bei der Produktion des ersten großen Musicals Dracula Spektakula stieß Christian Wiesmann zum Team. Dracula Spektakula (1996) begründete eine Reihe von deutschen Musical-Erstaufführungen. Es folgten Wiz (1999), Big (2001), Bugsy Malone (2002) und als Ende der Musicalära Brigadoon, produziert von Monika Obermüller und Gabi Zettl (2005). Diese Musicals wurden mit Oberstufenschülerinnen der Unverbindliche Übungen Darstellendes Spiel mit großem Aufwand einstudiert. Prominente Musicalsänger (Gordon Bovinet) und -sängerinnen (Martha How) gaben Einzelgesangstunden und Tanzlehrer/innen studierten die Choreographien ein. Aus diesen Tanzstunden entstand die Biondek Dance Company. Die Musicals würden bis zu 13-mal aufgeführt und hatten bis zu tausend Besucher.

Nach Bugsy Malone und Brigadoon war eine Weiterentwicklung kaum mehr möglich und die pädagogische Fragwürdigkeit solcher Monsterprojekte wurde auch in Hinblick auf die Theaterpädagogikbewegung immer deutlicher.

Einen Umschwung in der Arbeitsweise der BiondekBühne brachte die Kooperation mit Christian Suchy, beginnend 2002 mit Hagen und Hilde und Shake Bernhard (2003). Mit Christian Suchy konzentrierte sich die Arbeit auf pädagogische Aspekte und er führte  zeitgenössische Theaterformen in die Arbeit der BiondekBühne ein. Es ging nun hauptsächlich nicht mehr um die Aufführung eines Sprechstückes oder eines Musicals, im Vordergrund stand die Förderung der Kreativität und Persönlichkeit der Darsteller/innen.
Aus diesem Ansatz entwickelte die BiondekBühne Ihren charakteristischen Stil: Performatives Theater, postdramatische Ansätze und Partizipation.
Szenen der BiondekBühne werden oft als typisch bezeichnet, wenn sich zeitgenössische Theaterformen mit partizipativer Arbeitsweise ergänzen. Die Spielleiter/innen der BiondekBühne verstehen sich nicht als Regisseure, sondern als Begleiter und Organisatoren eines künstlerischen Weges, den sie mit den Kindern und Jugendlichen beschreiten.

Ein in den letzten Jahren sich stärker durchsetzendes Element ist die Kombination mehrerer Kunstsparten. Tanz, Gesang und bildende Kunst gewinnen in der Arbeit der BiondekBühne immer größere Bedeutung und es wird ein Ziel der nächsten Jahre sein, diese Sparten zusammenzuführen.

Die Arbeitsweise der BiondekBühne fand offensichtlich Anklang bei Kindern und Jugendlichen und führte zu einer wahren Explosion der Gruppen und ausgezeichneter Projekte. Alleine im Schuljahr 2003/04 kamen Produktionen wie Direkt Jandl (Christian Suchy in Kooperation mit dem Sonderpädagogischen Zentrum Baden), Merlin (entstanden in Zusammenarbeit mit Stefan Bohun), Nepomuk, gschamsda diena (Christian Suchy mit Unterstufe, SPZ und VS), Paperback Phantasy und Aufgelesen (1. und 2. Klassen mit Helga Kreisberger) und Hart am Himmel in Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogin Simone Weis auf die Bühne. Hart am Himmel (zum 10 jährigen Todestag Kurt Cobains) verband die Tradition des Musicals mit dem neuen Stil der BiondekBühne. Diese Flut an Projekten war für die Schule nicht mehr zu verkraften und so gründeten 2003 Monika Obermüller, Gabi Gerlich, Andrea Ferlin und Michael Krenn den Verein BiondekBühne und gewannen Oskar Böck als Obmann. Damit setzte eine rasante Entwicklung des Vereins BiondekBühne ein, die von einer Öffnung nach außen (Teilnahme an zahlreichen nationalen und internationalen Festivals) bis zu einer zuletzt europaweiten Vernetzung führte. Die Zahl der mitwirkenden Theaterpädagogen und Theaterpädagoginnen wurde ständig erweitert, die Stadtgemeinde Baden stellte Probenräume und einen ausgestatten Aufführungsraum in der Halle B zur Verfügung. Die BiondekBühne intensivierte die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und ist in der Zwischenzeit das bei weitem größte Jugend- und Kindertheaterzentrum Österreichs. Einer der Stärken der BiondekBühne ist der Nachwuchs aus den eigenen Reihen, weshalb der sich nun vollziehende Generationswechsel zu Gregor Fröhlich, Katharina Gerlich, Elli Krenn, Simon Kriese, Tina Pregesbauer, Gregor Ruttner, Fabian Scholda und Magdalena Wiesmann (in alphabetischer Reihenfolge) ein Grund zur Freude und zum Feiern ist.

Walter Lexmüller, Künstlerischer Leiter

Noch keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.