Verein zur Förderung von Kinder- u. Jugendtheater
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Bilder aus Polen

Eine Produktion der Biondekbühne im Rahmen des Europa-Spiels der Kulturen

Es spielen:

Daniela Barton
Carmen Eder
Dominik Haider
Michael Hermann-Hubler
Luzia Jorda
Peter Reumann
Thomas Sailer
Andrea Salanki
Madeleine Skolud
Tanja Staska
Lea Strof
Carolina Tesar

Regie: Helga Kreisberger
Supervision: Christian Suchy
Choreografie (Polka): Brigitte Lanik
Kostüme & Requisiten: Monika Obermüller
Licht: Gregor Fröhlich und Felix Pfahler
Tontechnik: Tobias Perschon
Plakatgestaltung: Romeo Acs

Wir bedanken uns für Informationen und Übersetzungen bei Elizbieta Kotarba und Agata Staniak.

Klavier: Carolina Tesar
Flöte: Daniela Barton.

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Die Idee des „Europa - Spiel der Kulturen“ ist es, jungen Europäern die Kulturen anderer europäischer Länder nahe zu bringen, erfahrbar zu machen in der Darstellung, eine Identifikation herbeizuführen durch die Aufgabe, ein anderes europäisches Land „so, als wäre es das meine“ zu präsentieren. „Polens Kultur in Geschichte, Gegenwart und Zukunft beschreiben“ hieß die Aufgabe. Wir begannen also zu recherchieren und sind auf Schlagworte wie diese gestoßen: „Spielball europäischer Machtpolitik“, „Bollwerk der katholischen Kirche“, „Bezwinger des Kommunismus“, „wirtschaftliches Musterland der EU“, „ein Land mit hoher Arbeitslosen- und Emigrationsrate“. „Ein großes, aber nicht besonders wichtiges Land“, meinte eine junge Polin.

Wir teilen diese Einschätzung nicht. Berühmte Polen haben die europäische Kulturgeschichte geprägt: Nikolaus Kopernikus, Frédéric Chopin, Marie Curie (geb. Sklodowska), Stanisław Lem, Roman Polanski und Karol Wojtyła sind vielleicht die bekanntesten von ihnen. Dass ein geringes nationales Selbstbewusstsein dennoch charakteristisch für viele Polen ist, mag seinen Grund in der Geschichte haben. Kein anderes Land Europas wurde so oft unter seinen Nachbarn aufgeteilt, verschoben, von der Landkarte gedrängt. Kaum anderswo haben die Grauen des Zweiten Weltkriegs so viel Verwüstung hinterlassen.

Für die junge Theatergruppe war es ein sperriges Thema, und es hat einige Zeit des Entwerfens und Verwerfens von Konzepten gebraucht, bis die Szenencollage „Wspomnienia“ entstand. Die handelnden Personen sind Jugendliche, wie die Schauspieler selbst sind. Szenen, die erlerntes Wissen transportieren, wechseln sich ab mit Szenen aus der Lebenswelt der Teenager. Doch ein Widerspruch bleibt unauflösbar: Im Laufe der Arbeit hat sich gezeigt, dass ein Stück österreichischer Jugendlicher über Polen dazu tendiert, auch ein Stück über österreichische Befindlichkeiten, über den Blick österreichischer Jugendlicher auf Polen zu werden. Das wollten wir zulassen.

Wir haben also einen Koffer voll Erinnerungen gepackt. Erinnerungen einer jungen Emigrantin zunächst, aber doch Erinnerungen, die weit in die Geschichte zurückführen. Erinnerungen ihrer Familie, ihrer Nation. Erinnerungen zum Lachen und Erinnerungen zum Weinen.

Helga Kreisberger

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